Wenn doch Zug fahren immer so wäre …
Als ich sah, dass Snälltåget dieses Jahr wieder einen Sommerzug von Malmö nach Innsbruck anbietet, war mir klar, dass ich damit einmal fahren muss! Wie es der Zufall so will, traf es sich, dass der erste Zug zurück in Richtung Norden an dem Tag fuhr, an dem ich die Rückreise aus meinem Slowenien-Urlaub plante. Auf dem ersten Zug nach Norden und dem letzten Zug nach Süden akzeptiert Snälltåget Interrail-Tickets, da diese Fahrten immer recht leer sind. Also plante ich meine Rückreise aus Slowenien so, dass ich einen nicht allzu kleinen Haken quer durch Österreich schlug, der sich aber in jeglicher Hinsicht lohnte.
Das Zugpaar D 304 / D 305 verbindet in der Sommersaison an acht Wochenenden Malmö, einige dänische Städte und Hamburg mit den Ferienregionen in den österreichischen Alpen. Der Zug nimmt dabei einen beachtlichen Umweg und grast einige touristisch relevante Orte und Gegenden ab. Von Salzburg geht es durch den Pongau, vorbei am Zeller See, Kitzbühel und Jenbach bis zur Endstation Innsbruck; die Rücktour verläuft andersrum. Der Zug besteht aus bis zu zwölf Wagen – neun Liegewagen, zwei Sitzwagen und dem urigen Speisewagen “Krogen”.
Genau dasselbe Programm gibt es im Übrigen auch im Winter, natürlich mit Skitransport und Après-Ski im Speisewagen.
Doch nun genug der Umschweife! Ich nehme Dich heute mit auf den Teil der Fahrt vor dem Nachtsprung, also von der Abfahrt in Innsbruck bis draußen die Welt im Dunklen versank und ich mich ins Land der Träume verabschiedete.
Der Zug wird entspannt eine halbe Stunde vor Abfahrt bereitgestellt und besteht heute aus einer Vectron und elf Wagen.
Die Snälltåget-Vectron wird den Zug auf der gesamten Strecke bespannen.
Einstieg in meinen Wagen mit der Nummer 217 …
… das Abteil ist sauber und einladend im Abendlicht.
Der erste und der letzte Zug sind, wie eingangs erwähnt, immer recht leer. Daher war der Servicechef so nett und hat allen Reisenden bzw. Reisegruppen ein Privatabteil angeboten! Ein riesiges Upgrade für den Komfort! Fünf Sterne alleine deshalb für den freundlichen Zug und seine Mitarbeiter. (Snälltåget ist schwedisch und heißt “der freundliche Zug”.)
Noch sechs Minuten bis zur Abfahrt in Innsbruck. Österreichisches Alpenpanorama trifft ehemals deutsche, jetzt schwedische Reisezugwagen.
Die Strecke wird, sobald wir den Großraum Innsbruck verlassen haben, zunehmend schöner.
Saftige Wiesen und Weiden auf steiler werdenden Hügeln links und rechts des Zuges.
Das Abteil im Abendlicht.
Für 19 Uhr hatte ich eine Reservierung im Krogen.
Dort gab es für mich veganes Chili und ein alkoholfreies IPA.
Phänomenale Aussicht vorm Fenster des Speisewagen.
Der einzige mir bekannte Reisezugwagentyp mit Notarslampen!
Ein herrlicher Sommertag neigt sich dem Ende.
Und mit dem letzten Licht möchte ich diesen kleinen Bericht beenden. Wenn Eisenbahn immer so wäre wie diese Bilderbuchfahrt im Nachtzug, dann wäre unsere Welt im Allgemeinen eine bessere – davon bin ich überzeugt.