Ein kleiner Rückblick auf die Bahnreise-Saison 2026

Der Herbst ist nach einem nicht enden wollenden Sommer nun auch in Deutschland angekommen. Draußen ist es inzwischen eher grau, feucht und frisch, doch mit einer guten Tasse Kaffee oder Tee und meinen Bildern möchte ich diese schöne Bahnreise-Saison noch einmal aufleben lassen.

Ein Trajekt in die Sonne – mit dem InterCityNotte nach Palermo

Ganz und gar nicht im Sommer, dafür sommerlich war die Reise nach Sizilien über den Jahreswechsel 2025/2026. Wir fuhren mit dem InterCityNotte ICN 1963 von Mailand über 20 Stunden bis nach Palermo. Der Zug wird zwischen Villa San Giovanni und Messina mit einem Fährschiff trajektiert. Die Fahrgäste können sich entweder auf dem Schiff die Beine vertreten oder im Bett liegenbleiben.

Von Paris ins Baskenland

Der Frühling war geprägt von zwei Wochen Überstundenabbau, die ich fleißig genutzt habe für eine Reise auf die Iberische Halbinsel. Von Hamburg ging es über Paris ins Baskenland. Dort weilte ich für ein paar Tage bei herrlichstem Frühlingswetter, bevor die Reise weiterging nach Portugal.

Nach Lissabon und weiter ans Ende Europas

Die erste Station in Portugal war – wie soll es anders sein – die Hauptstadt Lissabon. Bei meiner Ankunft war noch nicht daran zu denken, dass aus diesem Aufenthalt einmal meine erste Ausstellung entstehen sollte. Zugegeben zählt der Weg aus dem Baskenland nach Lissabon nur zu einem kleinsten Teil in die Kategorie Interrail, denn ich fuhr ein großes Stück der Strecke mit dem Flixbus. Doch da ich bekanntlich lieber spurgeführt unterwegs bin, fuhr ich innerportugiesisch natürlich mit dem Zug.

Von Lissabon ging es mit der Linha de Cascais in den namensgebenden Ort und von dort mit dem Bus bis ans westlichste Ende von Kontinentaleuropa, zum Cabo da Roca, der letzte Klippe vor Amerika.

Zu den größten Wellen der Welt

Wir bleiben in Portugal, schummeln wieder etwas. Nach Nazaré kommt man leider auch nur mit dem Bus (ich verspreche, das ist die letzte Busreise, die hier thematisiert wird), doch dafür bekommt man hier ordentlich etwas geboten. In Nazaré findet man die größten Wellen der Welt.

Den größten Teil der Bilder aus Portugal habe ich hier tatsächlich noch gar nicht gezeigt, denn sie waren vorerst meiner Fotoausstellung “Saudade” im PFERDESTALL vorbehalten. Ich werde sie aber nach und nach über den Winter hier veröffentlichen. Trage dich gern in den Newsletter ein, dann verpasst du nichts.

 
 

Eine Auszeit in Slowenien

Hin und wieder sollte man sich ja auch mal eine kleine Auszeit gönnen, habe ich gehört. Auch von der Arbeit und so weiter. Im Mai führte mich meine Reiselust also mal wieder ins wunderschöne Slowenien (viele wissen ja, dass das eines meiner Lieblingsländer ist). Natürlich war ich wieder mal im Second Station Hostel einquartiert, die direkt, also wirklich DIREKT am Bahngleis liegt, wo aber sonst nicht besonders viel ist, außer Bergen, frischer Luft und Kühen.

Sommersonnenwende auf der Schiene

Die diesjährige Sommersonnenwende verbrachte ich im Dienst auf dem Autoreisezug. Ich glaube, wir waren sogar pünktlich und ich konnte den Sonnenaufgang in aller Herrgottsfrühe am offenen Fenster genießen.

Und weil’s so schön ist, nochmal!

Was macht man, wenn man Urlaub hat und nicht weiß, wohin man fahren soll? Genau, man fährt im Zweifel immer nach Slowenien. Damit macht man nichts falsch. Und wenn man vor Ort nicht weiß, was man machen soll, und die Wanderlust nicht besonders hoch ist, dann fährt man einfach eine Runde am offenen Fenster mit dem Avtovlak.

Unterwegs im freundlichen Zug

Aus Slowenien zurück ging es für mich mit einem bedeutenden Umweg über Innsbruck, denn der schwedische Zug Snälltåget (übersetzt so viel wie “der freundliche Zug”) begann die Nachtzug-Sommersaison auf der Route Malmö – Innsbruck wie jedes Jahr damit, auf der ersten Fahrt nach Norden auch Interrailisten zuzulassen, da diese erste Fahrt der Saison zurück nach Hause naturgemäß eher schwach ausgelastet ist. So auch mein Zug, sodass ich die Alpen vor dem Fenster aus meinem privaten Liegewagenabteil genießen und in Ruhe im Speisewagen einkehren konnte.

Eine nachgeholte Reise nach Schweden

Ein Freund und ich wollten Anfang Juni einmal den neuen Snälltåget-Tageszug nehmen von Hamburg nach Stockholm. Leider lag ich damals mit einer heftigen Mandelentzündung komplett flach, sodass wir dies natürlich nachholen mussten. Viel Zeit blieb uns in Stockholm leider nicht, aber sie reichte “gerade so” für eine Fahrt mit der historischen Tram (und ganz viel Zimtschnecken!).

Sonnenfinsternis auf der Saalebahn

Die partielle Sonnenfinsternis erlebte ich, zusammen mit einem tollen Team an Zugbegleitern, auf der Saalebahn. Mit dabei hatte ich eine kleine analoge Einwegkamera, die zwar qualitativ keine Hammerbilder macht, dafür aber umso mehr Spaß gebracht hat.

Im Nachtschnellzug ans Mittelmeer

Letztes Jahr ging es mit dem D1204 “Adria” von Budapest nach Split, dieses Jahr trieb es uns ganz spontan mit dem “Retro Istria” nach Koper an der slowenischen Adriaküste. Die Fahrt dorthin war ein echtes Erlebnis in Wagen aus vergangenen Zeiten, bei herrlichem Sommerwetter, und zu essen gab es wirklich fantastisches Eis.

Auf historischen Wegen nach Prag

Als Abschluss der “Sommersaison” ging es für mich im historischen SVT 18.16 “Görlitz” nach Prag. Ich begleitete den Zug als Zugführer bis zur tschechischen Grenze und hatte ein paar Tage Aufenthalt in Prag, bis es wieder zurückging. Dies war die erste Fahrt für mich als ehrenamtlicher Zugführer auf dem SVT und dann direkt international. Aber so muss es ja auch sein, nationale Züge kann ich ja gar nicht mehr …

So, das soll es erst mal gewesen sein mit diesem kleinen Rückblick. Vielleicht habe ich ja etwas vergessen, vielleicht kommt dieses Jahr noch etwas Neues, Schönes dazu, was es zu berichten gibt. Das findest du natürlich ganz sicher hier auf floknipst.de im Journal. Abonniere auch gerne den Newsletter, dann verpasst du nichts. Ich würde mich freuen, deine E-Mail-Adresse bald auf der Mailingliste zu finden. Bis bald!

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Ein grün-goldener Herbsttag in Groningen